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Robert Burns

Die Burns Night ist Schottlands vergnügliches, traditionelles Salut an seinen Nationaldichter Robert Burns. Wo immer am 25. Januar in der Welt zwei Schotten zusammenkommen und in Namen von Robert Burns feiern, darf man eine ausschweifende Geburtstagsfeier erwarten.

Robert Burns wurde am 25. Januar 1759 als eines von sieben Kindern eines Kleinbauern in Alloway, einem kleinen Städtchen in den Bergen von Ayrshire im Südwesten der Lowlands geboren. Als er im jungen Alter von 37 Jahren 1796 starb, hatte er über 28.000 Gedichtzeilen und rund 300 Lieder verfasst, die im Lowland-Dialekt Scots über Schottland und seine Bewohner, aber auch über die Kirche und Gebräuche, berichteten. Scots war die Sprache, mit der Robert Burns aufgewachsen war und in Scots erzählte er seine Geschichten, die er auf seinen Streifzügen durchs Land sammelte und aufschrieb, denn Scots war auch die Sprache seines Publikums.

Nach der Union der Parlamente im Jahre 1707 war es Robert Burns, der mit seinen Heimatgedichten und -liedern das Gefühl von nationaler Identität landesweit festigte und der traditionellen Landessprache Scots das Überleben sicherte. 

Die Burns Night wird als der nationale Tribut um das literarische Schaffen Robert Burns’ und sein poetisches Engagement für die ursprüngliche Landessprache Scots verstanden und mündet stets in ein gemütliches Fest mit reichlich Haggis (gefüllter Schafsmagen), Whisky, Dudelsackmusik und zahlreichen Rezitationen berühmter Burns` Gedichte, die von ihm teilweise eigens für diesen Anlass verfasst worden sind. Schottischer, im nationalen Sinne, kann ein Fest eigentlich nicht sein. Mit seinen Gedichten und Liedern verstärkte Burns das Nationalgefühl seiner Landsleute und wurde so zum Symbol für ein Schottland, das es nicht mehr gab, so, wie nach ihm Walter Scott mit seinen historischen Romanen. Und eben dieser Umstand machte Robert Burns zunächst beliebt, später dann berühmt und schließlich – insbesondere durch die Burns Night – unsterblich.


  

Geschichte der Highland Games in Schottland



(Text von Peter Sahla aus Bruckmanns Länderporträts Schottland)

Es ist leicht, der tragischen Geschichte Schottlands zu verfallen und sich allein damit zu beschäftigen. Aber damit täte man dem Land Unrecht. Denn selbstverständlich gibt es auch das andere Schottland: das Schottland des geselligen Beisammenseins, auch bei nicht-gälischsprechenden Schotten als Ceilidh (sprich Kehlieh) bekannt.

Oder das Schottland der Highland Games, wo Männer in Kilt und weißem Unterhemd Kraftakte vollführen. Wenn sie zum Beispiel versuchen, einen Baumstamm so weit wie möglich zu werfen. »Tossing the caber«, nennt sich das.
Manchmal schmeißen die Hünen aber auch bloß einen Stein, was dann heißt »putting the stone«. Oder es gilt, beim »throwing the hammer« ein Eisengewicht rücklings über eine Stange zu befördern, so dass es nur um Haaresbreite den Hinterkopf verfehlt.
Das sind im ausgehenden 20. Jahrhundert Erinnerungen an die Zeiten der Armut, die dieses Volk immer begleitet haben.

Denn bei den Highland Games kommen schließlich »Sportgeräte« zum Einsatz, die schon immer allein die Natur bot. Bis zu zehn Kilo wiegen Stein und Eisengewicht, bis zu 54 Kilo der Baumstamm, bei einer Länge von 5,80 Meter. Wuchtig sind die Männer, die derlei Geräte werfen, wuchtig und grobschlächtig.

Aber dann sieht man sie auch grazil in Ballettschuhen den »seann truibhas« tanzen oder den »ghillie calum«, auch Schwerttanz genannt. Die Arme hoch in die Luft gehalten, leichtfüßig wie die jungen Mädchen, die diese Tänze bereits den Tag über am Rand des Sportfeldes getanzt haben.

Der Höhepunkt einer jeden Veranstaltung ist der Aufmarsch der »Massed Pipes and Drums«, der Dudelsack-Kapellen. Nicht selten handelt es sich dabei um nichts anderes als ohrenbetäubenden Lärm, der nur bei ganz genauem Hinhören irgendwelche subtilen Klang-Unterschiede erkennen läßt.
Nirgendwo ist dieser Aufmarsch größer als bei den Cowal Highland Games von Dunoon, wo am Ende des Tages über 150 Kapellen mit mehr als 1000 Dudelsackspielern aus aller Welt zusammenkommen.

Der Ursprung der Highland Games ist unklar. Manche Quellen aber lassen darauf schließen, daß die ersten Braemar Games im 11. Jahrhundert von König Malcolm Canmore organisiert wurden, um die besten Kuriere im Land zu ermitteln. Geschwindigkeit in der Nachrichtenübermittlung war schon damals von größter Wichtigkeit.

Und die Braemar Games sind auch heute noch wichtigsten die Spiele im gesellschaftlichen Kalender Schottlands. Das Ereignis heißt deshalb auch » The Gathering of the Braemar Royal Highland Society«, dann nämlich erscheint geschlossen die Königliche Familie, die jedes Jahr nicht weit von hier auf Schloß Balmoral ihre Sommerferien verbringt. Allerdings muß man inzwischen eher sagen »erschien«, denn bei den letzten Spielen fehlten immer wieder einige Mitglieder, bis bestimmte »Eingeheiratete« ganz und gar aus dem königlichen Umfeld verschwanden. Wer noch dazu gehört, sitzt zusammen mit der Königin im Royal Pavilion, die Prinzen Philipp und Charles in Kilt und Sporran gekleidet.